Geschichtliche Wanderung zum Originalstandort am 15.03.26
Zur Ruine Bärenfels gehörten einst 3 Bauernhöfe, die die Burg versorgten. Der Bärenfels, erbaut um 1320, war am strategisch wichtigen Hotzenwald-Aufstieg gelegen. Eine Straße gab es noch nicht.
Die Burg war nur etwa 100 Jahre bewohnt, die Höfe aber blieben bestehen. In ihren letzten Jahren vor der Katastrophe waren dort oben die Familien Johann Kuhni, Philipp Merkle und Xaver Mutter zu Hause.
Am 27. Februar 1860 setzte nach heftigen Schneefällen Tauwetter und Sturm ein. Um die Mittagszeit löste sich eine Lawine von den damals unbewaldeten Steilhängen nordöstlich der Höfe. Das mittlere Haus der Familie Merkle wurde komplett zerstört. Bruchsteinwände, Holzbalken und das strohgedeckte Dach begruben die Bewohner aus den zwei Wohneinheiten.
Einige Personen konnten sich unterhalb der Trümmer aus dem 1,5m tiefen Schnee befreien. Die 47-jährige Kreszenz Kuhni, ihre 13 Jahre alte Tochter Philippine, sowie der erst 3 Monate alte Thaddäus Wagner konnten nur noch tot geborgen werden.
Damals mussten erst einmal Helfer aus Wehr geholt werden und zu Fuß zum Bärenfels hoch laufen. Die Verletzten wurden in den verbleibenden Höfen versorgt. Einen Krankentransport gab es nicht.
Für einen Wiederaufbau und ein Überleben am Steinegg fehlte das Geld. Die Gemeinde kaufte die Liegenschaften, ebnete die Maueren ein und forstet die Wiesen auf. Heute erinnert ein Gedenkstein im Wald an die einstige Geschichte.
Die Informationen stammen aus dem Buch „Das Lawinenunglück auf Steinegg“, herausgegeben vom Förderkreis Stadtmuseum Wehr e.V. unter der Federführung von Armin Kronberger.


